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Weekly News Loot

Geschrieben von: Daniel Feichtner am 07.08.2011, 21:44
Eigentlich kann man sich das Dasein eines freien News-Mitarbeiters recht gelassen vorstellen. Vor allem in den Wochen abseits von Präsentationen, Pressereisen und Veranstaltungen wie der E3 wird die Arbeitszeit mit dem Abgrasen von bekannten News-Seiten, dem Lesen von Pressemeldungen und dem durchforsten von Interviews verbracht, die dann zu News verarbeitet und veröffentlicht werden.

Doch dann gibt es diese Ausnahmen. Zum Beispiel wenn man eines Morgens eine Liste über seinen Monitoren entdeckt. Eine Liste, von der man sich düster erinnert, sie aufgehängt zu haben um dort die wichtigsten News der aktuellen Woche zu sammeln. Eine Liste die ab sofort das News-Schreiber-Dasein komplett überschattet und bei jeder neuen Meldung zu Nervosität führt. Ist die Nachricht wichtig genug für einen Wochenrückblick? Gibt es wichtigere? Habe ich etwas übersehen? Gibt es genug Meldungen? Gibt es zu viele? Und vor allem: Wie soll das Ganze schlussendlich heißen?

Wie an der Überschrift unschwer zu erkennen ist, ist die Titelwahl inzwischen gefallen und hat somit den Redaktionsvorschlag „D.s Wochenschau“ glücklicherweise zu einem Thema vergangener Alpträume gemacht. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Inhalt:

Wie den Pressemeldungen der vergangenen Woche unschwer zu entnehmen ist drehte sich in den letzten sieben Tagen Alles um id Software. Im Speziellen vor allem um die Keynote zur

Quakecon


Wie jedes Jahr eröffnete auch dieses Mal John Carmack die alljährliche Veranstaltung von id Software mit einer Rede die so manchem Geek die Freudentränen in die Augen und den meisten Redakteuren den Schweiß auf die Stirn getrieben hat. Mr. Carmack gab sich auch dieses Jahr redliche Mühe mit möglichst tiefgreifenden technischen Erläuterungen für ebensoviel Interesse wie Verwirrung zu sorgen, lies jedoch auch das eine oder andere Detail zu id Softwares aktuellen und zukünftigen Projekten durchblicken. Die wichtigste und zugleich wohl enttäuschendste Ankündigung hierbei betraf Doom 4. Laut Carmack wird es dieses Jahr, das er als das Jahr von Rage bezeichnete, wohl keine Details zum nächsten Teil des Kult-Franchise mehr geben. Allerdings sind auch Doom Fans nicht ganz leer ausgegangen. Scheinbar plant id Software noch 2011 den Sourcecode zu Doom 3 zu veröffentlichen. Damit will das Studie Modder unterstützen und die Konkurrenz dazu anzuhalten es ihnen gleich zu tun und sich einen Schritt weiter in Richtung Open Source zu wagen. Wirklich interessantes gab es allerdings „nur“ zu ids aktuellem Projekt zu erfahren:

Rage


Zuallererst die gute Nachricht für alle deutschen Spieler: Rage wird in Deutschland trotz der strengeren USK Regelung ungeschnitten am 7. Oktober für PC, PS3 und Xbox 360 erscheinen. Wirklich geglaubt hat an eine Uncut-Version hierzulande eigentlich niemand, umso größer ist also die Freude über diese Entscheidung. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen was den Shooter betrifft. Entgegen dem allgemeinen Industriestandard, der sich seit dem Modern Warfare 2 Debakel etabliert hat, wird Rage ohne dedizierte Server auskommen müssen. Glaubt man John Carmacks Keynote vom Donnerstag wird es sich dabei allerdings um das letzte Spiel von id handeln, dass nicht über Dedicated Server verfügen wird.

Doch nicht nur id Software hat sich ein wenig in die zukünftigen Pläne schauen lassen. Neuigkeiten gab es auch von niemand geringerem als:

Blizzard


Der Diablo III Entwickler bestätigte Anfangs der Woche, dass der dritte Teil der Hack 'n Slay Saga ähnlich wie Starcraft II Spielern einen Online Zwang auferlegen wird. Dabei handelt es sich laut Blizzard nicht um eine DRM Maßnahme die Raubkopierern einen Strich durch die Rechnung machen soll. Vielmehr ist das Always-Online-System eine Notwendigkeit, da Diablo III Spielstände auf den Battle.Net Servern und nicht lokal gespeichert werden. So erstellte Charaktere stehen dann sowohl im Single- als auch im Multiplayer Modus zur Verfügung. So will man das „Hoch-Cheaten“ von Singleplayer-Charakteren vermeiden, die dann im Multiplayer für mangelnde Fairness sorgen würden. Aus demselben Grund will Blizzard Modding in Diablo III ebenfalls unterbinden.

Als zusätzliche Neuerung soll Diablo III über ein Auktionshaus verfügen in dem Ingame-Items und sogar Charaktere gehandelt werden können. Im Gegensatz zu MMOs wie World of Warcraft, wo solche Systeme schon lange üblich sind, soll dabei allerdings nicht nur mit anderen Gegenständen und Ingame Währung bezahlt werden können. In Diablo III wird auch echtes, hartes Geld zum Einsatz kommen.

Einer Aussage des Torchlight Mit-Entwicklers Max Schaefer zufolge könnte sich hinter diesem Handelssystem auch der Hauptgrund für Blizzards Beharren auf dem Online-Zwang und der serverseitigen Spielstandspeicherung verbergen. Denn nur durch diese Maßnahmen kann eine wirklich sichere Handelsumgebung garantiert werden.

Auch eher unliebsame Neuigkeiten gibt es von Electronic Arts, genau genommen von

Battlefield 3


Wie EA immer mehr durchblicken lässt, wird es wohl keine Steam Version von Battlefield 3 geben. Dem Publisher zufolge liegt das an den Hürden, die Valve Entwicklern auferlegt. Streitgrund ist eine Regelung, die es Studios erschwert ihre Spiele nachträglich mit Updates und Content zu versorgen. Der Hauptkritikpunkt von EA, der das Unternehmen bereits dazu veranlasst hat Titel wie Crysis 2 und Dragon Age 2 aus Valves Download-Plattform zu entfernen, bezieht sich darauf, dass Steam nur Updates über Steam Server, nicht aber über den Spiel-internen Client zulässt. Angeblich laufen Verhandlungen zwischen EA und Valve um zu einer Einigung zu kommen.

Zieht man jedoch in Betracht, dass Electronic Arts seit kurzem mit seinem Origin Download-Service in direkter Konkurrenz zu Steam steht ist mit einer Einigung wohl nicht zu rechnen. Immerhin hat Valve mit seinem System, das momentan einen geschätzten Marktanteil von 70% innehält, vorgemacht wie viel Umsatz der Download Markt zu bieten hat. Kein Wunder also, dass John Riccitiello es kaum erwarten kann mit Origin zum Angriff zu blasen.

Zu feiern gab es in der vergangenen Woche hingegen etwas bei

Bungie


Der Halo Entwickler feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen und hat sich dazu etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Als kleines Geschenk an die Fangemeinde hat das Studio eine Dokumentation unter dem Titel „O Brave New World“ veröffentlicht. Der Film gewährt einen fast einstündigen Blick in die Geschichte und hinter die Kulissen des Entwicklers. Während „O Brave New World“ selbst nicht nur für Halo Fans durchaus interessant ist verbirgt sich allerdings der wirklich spannende Teil in den letzten drei Minuten des Videos. Dort wird uns nämlich, nicht ohne glänzende Augen und ein verschwörerisches Zwinkern, von „Tiger“ berichtet. Dieses bislang noch völlig unbekannte Projekt des Studios soll sein Fortbestehen nach dem Weggang von Microsoft und dem Verlust der Halo Lizenz sichern. Worum es sich bei Projekt Tiger handelt bleibt natürlich vorerst ein Geheimnis. Allerdings soll es, ähnlich wie Halo seinerzeit, ein völlig revolutionärer „Game-Changer“ sein, der das Videospiel Genre revolutionieren wird. Man darf also gespannt bleiben.

Während sich Bungie noch über seine Zukunftspläne ausschweigt wissen wir ziemlich genau was Gearbox und Piranha Bytes vorhaben. Die Studios arbeiten nämlich an

Borderlands 2 und Risen 2


Sowohl Borderlands 2 als auch das Risen Sequel sind mittlerweile Fakt und befinden sich jeweils in Entwicklung. Bei beiden Titeln ist das nicht wirklich eine Überraschung ist, zieht man die Verkaufszahlen ihrer Vorgänger in Betracht. Während das zweite Risen jedoch schon seit einer Weile bekannt ist wissen wir von Borderlands 2 offiziell erst seit vergangenem Mittwoch. Umso überraschender ist es also, dass nicht nur Piranha Bytes ihr neues Projekt erstmals auf der diesjährigen Gamescom vorführen werden. Gearbox zufolge werden wir auf der Veranstaltung auch bereits etwas vom Borderlands Sequel zu sehen bekommen. Risen 2 soll bereits im 1. Quartal des kommenden Jahres erscheinen. Borderlands 2 wurde hingegen bislang nur auf das Geschäftsjahr 2013, also auf den Zeitraum von 1. April 2012 bis zum 31. März 2013 eingegrenzt.

Weniger rosig steht es im Moment um die Releasedates neuer Hardware. Wie es aussieht brauchen nicht nur Nintendo Fans noch ordentlich Geduld sondern auch Sonys Handheld Spieler.

WiiU und PS Vita Releases


Hardware Entwicklung braucht ihre Zeit und selbst wenn die Geräte marktreif sind gilt es oft den richtigen Zeitpunkt für den Release abzuwarten. Sowohl Nintendo mit der WiiU als auch Sony mit ihrer PS Vita schweigen sich vorerst tapfer über das genaue Veröffentlichungsdatum der neuen Systeme aus. Von Sonys Kaz Hiari wissen wir inzwischen allerdings, dass der neue Handheld hierzulande wohl Anfang 2012 in die Regale kommen soll. Ein Erscheinen zum Weihnachtsgeschäft scheint höchstens in Japan denkbar zu sein. Nintendos Saturo Iwata scheint hingegen weniger Eile zu haben. Der Konzern-Präsident hat angekündigt, dass vor 2012 weder mit eine Releasetermin noch mit einer Preiseinstufung für die WiiU zu rechnen ist. Hier gilt es also Geduld zu haben.

Ein kleiner Blick in die Zukunft und auf den Releasekalender der kommenden Woche verdeutlicht das aktuelle Sommerloch. Die Wahrscheinlichkeit der Erscheinung von Highlights in den kommenden sieben Tagen geht leider gegen Null. Da heißt es also auf Badewetter hoffen oder ein paar gute alte Klassiker mit Wiederspielwert aus dem Ärmel zu ziehen.

So bleibt nur noch eine angenehme, sommerliche Woche bis zur nächsten Weekly News Loot zu wünschen.

D.
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