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Conan - Filmkritik

Geschrieben von: PressPlayChris am 09.09.2011, 09:53
Kategorien: Kino, DVD, TV
Die Figur des Conan wurde in den 1930er Jahren mit Kurzgeschichten von Robert E. Howard ins Leben gerufen. Ab 1970 als Conan, der Barbar, ins Universum der Marvel-Comics aufgenommen und heute bei Dark Horse Comics verlegt, erlangte der muskelbepackte Schwertkämpfer Kultstatus. Wesentlich dazu beigetragen hat die Verfilmung von John Milius aus dem Jahr 1982, mit der Arnold Schwarzenegger seinen endgültigen Durchbruch schaffte. Der Film bietet zwar weniger Action als man für einen Barbaren erwarten würde. Doch er hat eine eigene Bildsprache, die sich lange einprägt. Der Fokus auf die Gesichter zeigt ausdrucksstarke Mimik.Die Umgebungen scheinen nur als Rahmen gedacht, um Schwarzeneggers Muskelspiel so richtig in Szene zu setzen. Es gab dann noch weitere Conan-Verfilmungen, auch mit Schwarzenegger, aber keine erreichte den Status des Erstlings.

Nun feiert der barbarische Held eine erneute Wiedergeburt, diesmal in 3D, inszeniert von Marcus Nispel, bekannt für horror- und actionreiches Kino (Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre, Freitag der 13.). Tatsächlich rührt Nispel aber nicht an der Schwarzenegger-Legende, sondern schafft seine eigene Conan-Version, die in solider Fantasy-Action besteht.

Der junge Conan (Leo Howard) muss die Auslöschung seines Dorfes und den Tod seines Vaters
(erfreulicher Auftritt von Ron Perlman) durch Khalar Zym (Stephen Lang) und seine Krieger mit ansehen. Khalar Zym und dessen hexenartige Tochter Marique (Rose McGowan) waren auf der Suche nach dem letzten Stück einer Schlangenmaske. Mit ihrer Hilfe kann er die Herrschaft über alle Völker von Hyboria erlangen. Nur das Blut aus uraltem Geschlecht (Rachel Nichols als Tamara) fehlt ihm noch um die Kraft der Maske zu aktivieren. Der Wunsch nach Rache hat Conan nicht ruhen lassen. Als Erwachsener (Jason Momoa) ist die Zeit dazu endlich gekommen.



Der Plot wird ohne überraschende Wendungen erzählt. Von Anfang an fließt literweise und in Fontänen Blut. Da fühlt man sich in der Machart schon fast an Samurai- oder Splatter-Filme erinnert. Es handelt sich bei Nispels Film trotz 3D um eine ziemlich klassische Umsetzung des Fantasy-Action-Genres. 3D ist relativ überflüssig, da die Kampfszenen dadurch nicht gewinnen und die 3D-Stärken Architektur und Landschaft kaum Wirkung zeigen. Nichtsdestotrotz ist er dann teilweise auch ganz nett anzusehen.

Die Figuren rund um Conan entstammen allesamt dem klassischen Fantasy-Kader. Es gibt den unbesiegbaren Helden, den abgrundtief Bösen, die schöne Jungfrau, die böse Hexe usw. usf. Dennoch wird die Handlung nicht mit
Pathos oder Kitsch überladen. Im Mittelpunkt steht etwas anderes. Es ist die Präsentation eines Barbaren, die mit dem Beginn des Films ansetzt: Conan kommt während einer Schlacht mitten im blutigen Kampf zur Welt, herausgeschnitten aus seiner sterbenden Mutter. Wut, Aggression und Blutrausch beherrschen bereits den jungen Conan. Er wird dargestellt vom 14-jährigen Martial Artist Leo Howard, der sein Können in einer Kampfszene (wenn auch anderer Form) eindrucksvoll unter Beweis stellt. Auch Jason Momoa macht seine Sache ganz gut. Er gibt einen stimmigen Conan, der trotz der Muskelmasse auch mal grimmig dreinschaun und sich ohne Schwerfälligkeit bewegen kann. Besteht die Tätigkeit eines Barbaren doch im Abhacken von Köpfen und allen möglichen weiteren Körperteilen, im Bohren in Wunden, im Zertrümmern von Schädeln und Verspritzen von Gehirn. Da kann die Handlung schon mal zur Nebensache werden.

Kult wird dieser Conan aber nicht werden. Wer Conan in der Schwarzenegger-Version verehrt, wird zufrieden feststellen, dass diese Verfilmung keine Konkurrenz ist,
weil sie etwas ganz anderes will. Der Film bietet gute Unterhaltung und jede Menge Kampf- und Blutszenen. Für Liebhaber des Genres dürften sie erfreuliche Kost sein. Für Fantasy-Fans werden allerdings Fantasie und Originalität zu kurz kommen. Die Hexe erinnert an Morgana, die Kampftruppe der Krieger brüllt wie Orks, und noch ein paar weitere Versatzstücke an Fremdmaterial sind zu finden. Wem davon die Unterhaltung abhanden kommt, der könnte es sich zum Spiel machen: Wer findet alle Herr-der-Ringe-Puzzleteile? (Filmkritik von Martina Zerovnik)

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