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Indie Game: The Movie: The Review
Geschrieben von: Thomas Reisenegger am 14.06.2012, 01:00

Wie entstehen Indiespiel-Hits, die ja heutzutage eine der wenigen Möglichkeiten sind, tatsächlich über Nacht zum Millionär zu werden? Eine richtige Idee zur richtigen Zeit, harte Arbeit oder einfach nur Glück? Indie Game: The Movie gibt einen fesselnden Einblick hinter die Kulissen der Indie-Game-Entwicklung. Ganz ehrlich und ohne PR-Bla-Bullshit.
Dabei begleitet das Filmteam drei Indie-Studios ein Stück auf ihrem Weg ein Xbox Live Arcade-Spiel zu veröffentlichen. Wobei das Wort „Studio“ hochhaushoch übertrieben ist. Der Film dreht sich nämlich um genau vier Menschen. Jonathan Blow, der auf sein lukratives Meisterwerk Braid, das den Indie-Boom mit ausgelöst hat, zurückblickt. Edmund McMillen und Tommy Refenes, die während der Dreharbeiten gerade in der Schlussproduktion/Veröffentlichung von Super Meat Boy stecken und Phil Fish, der seit über vier Jahren sowie zahlreichen Verschiebungen und Rückschlägen an seinem Titel Fez schuftet.

Qualitativ hochwertig produziert lässt man die Protagonisten in den meisten Teilen des Films ihre eigenen Geschichten erzählen. Bei Schwärmereien vom großen Traum, dass auch nur einziges Kind wegen dem eigenen Spiel nächtelang durchzockt und später Spieleentwickler werden will, von Existenzängsten und Suizidgedanken, sollte sich das Spiel wie schimmlige Semmeln verkaufen, und bei offenherzigen Beschimpfungen gegenüber ehemaligen und aktuellen Geschäftspartnern wie Microsoft, nehmen die teils skurrilen Protagonisten kein Blatt vor den Mund. Zudem positiv zu erwähnen: Bis auf kurze Ausreißer vom sich missverstanden fühlenden Jonathan Blow bricht keiner der Entwickler in erzieherisch wertvolle Kunstdiskussionen aus.

Im Laufe der 96 Minuten kann man nicht anders, als ordentlich mitzufiebern und sich zu fragen, ob die gezeigten Indie-Entwickler geisteskrank sind oder sich zu Recht ihrem Traum ohne Rücksicht auf Verluste hingeben. Sehenswert ist der sehr persönliche Einblick und die Menschen hinter handgemachten Videospielen ohne die Sicherheit und Grenzen von Publishern auf jeden Fall.
FEZIT:
Seriöse Filme über Videospiele gibt es wie Glumandas im Meer. Keine. Ein Film wie Indie Game: The Movie war deshalb längst überfällig. Das ehrliche Bild von Leuten, die Videospiele als Kunst verstehen und ihre eigenen Spiele ohne Rücksicht auf Massentauglichkeit und Geldgeber entwickeln, ist mal witzig, merkwürdig, traurig aber immer unterhaltsam. Für Gamer ein Must-See und laut meiner Freundin auch für normale Menschen sehenswert.
9/10 fantastischen Fezes

Titel: Indie Game: The Movie
Erhältlich: Steam, offizielle Website (Stream und DRM freier Download)
Preis: ca. €8
Sprache: Englisch
Untertitel: Englisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch und Chinesisch
Bonus-Feature:
Wer noch in E3-Stimmung ist und in diesem Blog ein paar Michael-Bay-Momente vermisst, sollte den Director's-Cut-Trailer zu Indie Game: The Movie von Mega64 bestaunen.
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