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Ich und Slender (Man)

Geschrieben von: Oliver Vlcek am 09.07.2012, 02:30


Ich gebe offen zu, ich bin kein großer Fan des Horror-Genres.
Für so was hab ich einfach eine viel zu blühende Fantasie dank der ich selbst den unförmigsten Schatten eines Kleiderständers als den Antagonisten des letzten Gruselfilms/spiel identifizieren kann.
Das gepaart mit meiner leichten Paranoia, Schreckhaftigkeit und einer Ungeduld alla Leeroy Jenkings, bin ich ich eigentlich genau die Person, die Slender aus dem Weg gehen sollte.
Das bin ich auch.., bis zu einem lauschigen und bewölkten Nachmittags der mir wohl die nächsten Tage den Schlaf rauben wird...

Aber erst mal ein wenig Backstory zum „Antagonisten“ des Spiels, dem Slander Man:
Der Slender Man ist eine fiktive Figur welche sich durch einen langen Körper, tentakel-artige Arme und Beine, sowie ein leeres Gesicht kennzeichnet. (...so?)
Oh, und er trägt einen Anzug. (Oh gott!!)
Er ist eine mysteriöse Kreatur welcher Menschen aus den Schatten heraus "spioniert" und auch in einigen anderen Geschichten, Filmen und Legenden vor kommt (meist unter anderen Namen) aber vor allem Popularität durch die Internet Memes ergattert hat.
Langer Rede kurzer Sinn: Das Teil ist echt unheimlich.


Könnt ihr ihn entdecken?

Nun, an besagten bewölkten und lauschigen Nachmittag, kam ein Kumpel zu mir.
Er meinte (und ich zitiere) " Ow, Dude, lass uns Slender spielen!"
Ich sah ihn etwas verdutzt an.
Nicht etwa weil ich das Spiel oder das Wesen um das es handelte nicht kannte, sondern weil mein Kumpel etwa genauso an den oben beschriebenen „Problemen“ leidet wie ich, wenn nicht sogar ein wenig schlimmer.
"Ähm, bist du dir sicher?", fragte ich ihn
Er, „Ja, klar man, das wird bestimmt total witzig!"
War es nicht.. (naja, eigentlich doch)

Aber lasst mich euch erst mal ein wenig über das Spiel selbst erzählen.

In Slender geht es darum in First-Person-Ansicht, gerade mal "bewaffnet" mit einer Taschenlampe, durch einen dunklen Wald zu laufen und 8 Zettel zu finden bzw. zu sammeln, welche zusammengefasst das Geheimnis hinter den Slender Man verraten sollen.
Der Twist hierbei, dem Slender Man gefällt das gar nicht und macht sich auf die Jagd nach euch. Und das ist auch schon der eigentliche unheimliche Part.
Es ist schwer zu erklären, aber die Angst vor der Angst, ist das, was hier wirklich Angst macht.
Sprich, ihr wisst das es da ist, ihr wisst aber nicht wo es ist, ihr wisst nur, dass es kommt, und wenn es da ist, habt ihr Panik. . .



Hm, war doch ganz einfach.


Jedenfalls, mein Kumpel und ich haben es gespielt. (ich hab die Maus bedient, er die Tastatur)
Wir haben schnell drei Dinge heraus gefunden.
Erstens: Die Taschenlampe zieht den Slender Man an wie das Licht die Motten.
Zweitens: Es ist IMMER hinter dir
Drittens: Wir sind Angsthasen und schreien wie kleine Mädchen.
Jede Begegnung mit ihm war.. Interessant.
Nicht nur das wir aus einer Mischung aus Panik, Gelächter und hoher Stimme eine Art „Schrei“ kreiert haben um unserer Angst kundzutun, wir haben uns auch nicht mehr getraut (Ingame) umzudrehen.
Nun, so sind wir immer weiter gerade aus gegangen.
Bis zu dem Punkt, wo da Bild auf einmal zum Rauschen begann, wir uns schon fragten was los sei, einen unheimlichen laut hörten, uns dann (Ingame) umgedrehten und dem Slender Man mitten in sein leeres Gesicht starrten

Vor lauter Panik ist mein Kumpel aufgesprungen, hat die Tastatur fallen gelassen und ist fluchend in die Küche mehr oder weniger "gesprungen" während ich mit nicht gerade weniger freundlichen Worten mich auch auf ins nächstgelegene Zimmer machte um dem „Horror“ zu entkommen.
Währenddessen sind wir in schallendes Gelächter ausgebrochen.



Gott, wir sind schon zwei Memmen. . .

Aber sei's drum.
Nachdem der Slender Man uns aufgefressen, oder was auch immer (konnte es ja „leider“ nicht sehen), hat, haben wird das Spiel beendet und uns darauf geeinigt, nie wieder so etwas zu machen. (werden wir bestimmt wieder..)

Es ist wirklich witzig.
Das ganze ist eigentlich völlig banal und simpel aufgebaut!
Ein dunkler Wald, du, eine Taschenlampe und etwas das dich Jagd.
Und das was dich Jagd sieht nicht mal angsteinflößend oder unheimlich aus.
Trotzdem, dank der Soundkulisse (welche, offensichtlich, immer "nervenaufreibender" wird je mehr Zettel man gesammelt hat), der Atmosphäre und einem etwa genauso ängstlichen Freund der wirklich kein Trost ist, war es ein Spielerlebnis was ich (leider) nicht so
schnell vergessen werde.



Wer sich gerne mal gruselt und genauso gerne erschreckt, dem kann ich dieses Spiel nur wärmstens empfehlen!
Wenn ihr aber so schwache Nerven habt wie ich, bleibt diesen Spiel fern, also.., wirklich.., ich meins ernst!

Das Spiel ist übrigens momentan noch in der Beta und völlig kostenfrei verfügbar
Und weil ich so nett bin, gebe ich euch den Download-Link oben drauf!



Wenn ihr es ausprobiern solltet, schreibt doch mal wie ihr es fandet, würd mich sehr interessieren!

Mit freundlich Grüßen, Oli.
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