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Film mit Senf: The Expendables 2
Geschrieben von: McSchuh am 28.08.2012, 16:56
Kategorien: Kino, DVD, TV
Schon wieder eine Filmreview? Ja Wahnsinn ... das Kino ist ja bald meine zweite Heimat! Diesmal war´s jedoch eine Pressevorführung, in die mich meine Sucht nach Zelluloid verschlagen hat. Vorhang auf für The Expendables 2, ein Actionhighlight der Sonderklasse!
Barney Ross (Sylvester Stallone) hat ein Problem. Nicht nur, dass er gerade einem alten Sack namens Trench (Arnold Schwarzenegger) das Leben gerettet hat, nein - jetzt will auch noch so ein Typ namens Church (Bruce Willis) einen Gefallen von ihm. Der besteht darin, dass er mit seinem Team aus mehr oder minder wahnsinnigen Söldnern nach Albanien einrückt, um mit Unterstützung von Jüngling Billy the Kid (in einer relativ unnötigen Nebenrolle: Liam Hemsworth) und Maggie Chan (Yu Nan, Neuzugang Nr. 2 in der Truppe und eine echt nette Abwechslung) ein abgeschossenes Flughzeug nach einem speziellen Computer durchsuchen soll. Dieser Computer birgt das Geheimnis um nach dem Kalten Krieg verschollenen Plutonium, das sich aber auch - oh Wunder - ein Bösewicht namens Jean Vilain (Jean Claude van Damme) unter den Nagel reissen will. Die Fronten sind klar, und über kurz oder lang heißt es nach einem tragischen Tod nur mehr: "Search. Find. Kill."

Pflichtübung abgeschlossen, der Plot ist umrissen - und wie erwartet eher dürftig. Atombomben, Rache, eine ultraböse Organisiation (die sich aber interessanterweise eine Ziege als Symbol genommen hat, da diese das Haustier des Teufels sei - dazu geb´ ich mal keinen Kommentar ab), und schon hat man seinen 08/15-Actionfilm zusammen. Doch als sich diese Gedanken im Kino zwischen meinen Hirnzellen abspielten, drehte sich The Expendables 2 zu mir um, sah mir tief in die Augen und trat mir saftig in den Arsch und gab mir damit freundlich zu verstehen, dass es nicht immer auf eine tiefgreifende Story ankommt. Wenn sich sämtliche Actionfilm-Ikonen der Achtziger- und Neunzigerjahre in einem Film versammeln, dann reicht das alleine schon beinahe für einen großartigen Film aus. Fügt man noch irrwitzige Explosionen, knackige Oneliner und eine gut bemessene Portion Selbstironie hinzu ("I´ll be back" sei hier einmal erwähnt), dann hat man ziemlich sicher den Action-Flick des Jahres vor sich. Nicht, weil er intelligent ist. Nicht, weil er subtil ist. Einfach deshalb, weil er mich einmal wieder daran erinnert hat, was das Wort "Action" so alles bedeuten kann. In diesem Fall bedeutet es rund 100 Minuten Unterhaltung, bei der man einfach jede Explosion und jeden Tropfen Kunstblut genießen kann, ohne sich den Kopf darüber zerbrechen zu müssen, wer denn da gerade wen erledigt hat.
Zwei größere Kritikpunkte bleiben allerdings, wobei einer gerade mich als Fan des ersten Films trifft: The Expendables 2 kommt doch um ein Eck zahmer daher. Das bedeutet nicht, dass am Blut oder an Leichen gespart wurde, oh nein (wobei ich keinen in zwei Teile geschossenen Piraten mehr entdecken konnte). Mit Waffen hat der "durchschnittliche" Amerikaner ja auch kein Problem - die Sprache des ersten Teil war´s, die manchen Leuten sauer aufgestossen hat, und deswegen wurde sie stark entschärft. Problem daran? Es wirkt nun einmal nicht ganz "richtig", wenn schießende und mordende Söldner bei der Ausübung ihrer Tätigkeit nicht auch anständig fluchen. Ob dieser Umstand nun jetzt wirklich Chuck Norris geschuldet ist (angeblich bestand er auf die PG-13-Einstufung) sei dahingestellt - selbst wenn es so sein sollte, konnte er einen Teil davon wieder gut machen, in dem er einen guten Witz erzählte. Ich habe die Selbstironie erwähnt, oder?

Was mir allerdings noch mehr wehtat war - einmal mehr - die deutsche Synchronisation. Ja, ich weiß, ich habe mittlerweile den Ruf als Originalton-Fetischist weg, mag schon sein, aber in diesem Fall ist das auch völlig berechtigt. Abgesehen davon, dass manche Stimmen sich einfach nicht richtig für die jeweiligen Charaktere anfühlen (Terry Crews zum Beispiel klingt noch ein wenig spätpubertär), wurde wohl einer der schlimmsten Fehler gemacht, den man sich als Synchro-Studio leisten kann: Ein Sprecher wurde doppelt besetzt. Das wäre selbst bei Nebencharakteren nervig, aber in diesem Fall wurden Sly Stallone und Arnold Schwarzenegger beide von ihrem Stammsprecher Thomas Danneberg gesprochen - was in den Gesprächen zwischen den beiden darin resultiert, dass man meint einem Schizophrenen beim Selbstgespräch zu lauschen. Aua.
Über diese beiden Fehler kann nicht einmal die sonst durchgehend an Wahnsinn grenzende Action hinwegtäuschen, weswegen ich den Film zwar jedem und jeder ans Herz legen kann, die auch nur irgendwas mit Action- und Bombastfilmen zu tun haben - aber im Idealfall seht ihr euch die Originalversion an.
Kurz gesagt: Die Gleichung The Expendables + noch mehr Filmhelden + mehr Waffen geht einfach auf. Ich würde mich gerne dem Urteil von Kollegen Amon und seiner enthusiastischen 9/10 anschließen, kann das aber wegen der von mir gesehen deutschen Version nicht ganz mit mir vereinen. Müsste ich also werten, würde ich irgendwas zwischen 7 und 8/10 vergeben - und mich auf einen BluRay-Abend mit der Originalversion freuen. Mit Hopfentee, Chips und Testosteron.
Barney Ross (Sylvester Stallone) hat ein Problem. Nicht nur, dass er gerade einem alten Sack namens Trench (Arnold Schwarzenegger) das Leben gerettet hat, nein - jetzt will auch noch so ein Typ namens Church (Bruce Willis) einen Gefallen von ihm. Der besteht darin, dass er mit seinem Team aus mehr oder minder wahnsinnigen Söldnern nach Albanien einrückt, um mit Unterstützung von Jüngling Billy the Kid (in einer relativ unnötigen Nebenrolle: Liam Hemsworth) und Maggie Chan (Yu Nan, Neuzugang Nr. 2 in der Truppe und eine echt nette Abwechslung) ein abgeschossenes Flughzeug nach einem speziellen Computer durchsuchen soll. Dieser Computer birgt das Geheimnis um nach dem Kalten Krieg verschollenen Plutonium, das sich aber auch - oh Wunder - ein Bösewicht namens Jean Vilain (Jean Claude van Damme) unter den Nagel reissen will. Die Fronten sind klar, und über kurz oder lang heißt es nach einem tragischen Tod nur mehr: "Search. Find. Kill."

Pflichtübung abgeschlossen, der Plot ist umrissen - und wie erwartet eher dürftig. Atombomben, Rache, eine ultraböse Organisiation (die sich aber interessanterweise eine Ziege als Symbol genommen hat, da diese das Haustier des Teufels sei - dazu geb´ ich mal keinen Kommentar ab), und schon hat man seinen 08/15-Actionfilm zusammen. Doch als sich diese Gedanken im Kino zwischen meinen Hirnzellen abspielten, drehte sich The Expendables 2 zu mir um, sah mir tief in die Augen und trat mir saftig in den Arsch und gab mir damit freundlich zu verstehen, dass es nicht immer auf eine tiefgreifende Story ankommt. Wenn sich sämtliche Actionfilm-Ikonen der Achtziger- und Neunzigerjahre in einem Film versammeln, dann reicht das alleine schon beinahe für einen großartigen Film aus. Fügt man noch irrwitzige Explosionen, knackige Oneliner und eine gut bemessene Portion Selbstironie hinzu ("I´ll be back" sei hier einmal erwähnt), dann hat man ziemlich sicher den Action-Flick des Jahres vor sich. Nicht, weil er intelligent ist. Nicht, weil er subtil ist. Einfach deshalb, weil er mich einmal wieder daran erinnert hat, was das Wort "Action" so alles bedeuten kann. In diesem Fall bedeutet es rund 100 Minuten Unterhaltung, bei der man einfach jede Explosion und jeden Tropfen Kunstblut genießen kann, ohne sich den Kopf darüber zerbrechen zu müssen, wer denn da gerade wen erledigt hat.
Zwei größere Kritikpunkte bleiben allerdings, wobei einer gerade mich als Fan des ersten Films trifft: The Expendables 2 kommt doch um ein Eck zahmer daher. Das bedeutet nicht, dass am Blut oder an Leichen gespart wurde, oh nein (wobei ich keinen in zwei Teile geschossenen Piraten mehr entdecken konnte). Mit Waffen hat der "durchschnittliche" Amerikaner ja auch kein Problem - die Sprache des ersten Teil war´s, die manchen Leuten sauer aufgestossen hat, und deswegen wurde sie stark entschärft. Problem daran? Es wirkt nun einmal nicht ganz "richtig", wenn schießende und mordende Söldner bei der Ausübung ihrer Tätigkeit nicht auch anständig fluchen. Ob dieser Umstand nun jetzt wirklich Chuck Norris geschuldet ist (angeblich bestand er auf die PG-13-Einstufung) sei dahingestellt - selbst wenn es so sein sollte, konnte er einen Teil davon wieder gut machen, in dem er einen guten Witz erzählte. Ich habe die Selbstironie erwähnt, oder?

Was mir allerdings noch mehr wehtat war - einmal mehr - die deutsche Synchronisation. Ja, ich weiß, ich habe mittlerweile den Ruf als Originalton-Fetischist weg, mag schon sein, aber in diesem Fall ist das auch völlig berechtigt. Abgesehen davon, dass manche Stimmen sich einfach nicht richtig für die jeweiligen Charaktere anfühlen (Terry Crews zum Beispiel klingt noch ein wenig spätpubertär), wurde wohl einer der schlimmsten Fehler gemacht, den man sich als Synchro-Studio leisten kann: Ein Sprecher wurde doppelt besetzt. Das wäre selbst bei Nebencharakteren nervig, aber in diesem Fall wurden Sly Stallone und Arnold Schwarzenegger beide von ihrem Stammsprecher Thomas Danneberg gesprochen - was in den Gesprächen zwischen den beiden darin resultiert, dass man meint einem Schizophrenen beim Selbstgespräch zu lauschen. Aua.
Über diese beiden Fehler kann nicht einmal die sonst durchgehend an Wahnsinn grenzende Action hinwegtäuschen, weswegen ich den Film zwar jedem und jeder ans Herz legen kann, die auch nur irgendwas mit Action- und Bombastfilmen zu tun haben - aber im Idealfall seht ihr euch die Originalversion an.
Kurz gesagt: Die Gleichung The Expendables + noch mehr Filmhelden + mehr Waffen geht einfach auf. Ich würde mich gerne dem Urteil von Kollegen Amon und seiner enthusiastischen 9/10 anschließen, kann das aber wegen der von mir gesehen deutschen Version nicht ganz mit mir vereinen. Müsste ich also werten, würde ich irgendwas zwischen 7 und 8/10 vergeben - und mich auf einen BluRay-Abend mit der Originalversion freuen. Mit Hopfentee, Chips und Testosteron.
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